Sonntag, 29. März 2009

7593 km später ...
7593 km - das ist die Strecke, die ich insgesamt mit der Bahn in Indien zurück gelegt habe. Dazu kommt noch mindestens die gleiche Kilometeranzahl per Bus und ein paar Inlandsflüge, wenn die endlos erscheinenden Bahnfahrten dann doch nicht mehr auszuhalten waren.
Die letzten 5 Monate in Indien haben mir noch einmal unheimlich viel gebracht. Es ist tatsächlich ein unglaubliches Land, das Incredible India. Ob nun die Argumentationen unserer indischen MBA-Mitstudenten in Singapore immer gerechtfertigt war, dass in Indien alles anders sei ...... das ist die Frage. Aber definitiv ist es ähnlich wie China in seiner Größe und Vielfalt kaum erfassbar. Jede Ecke hat etwas Neues und Unvorhergesehenes zu bieten. Die Extreme sind immens und die Menschen die offensten, die ich auf Reisen in Asien getroffen habe. Wenn auch dabei immer wieder Unannehmlichkeiten auftreten, nimmt man diese doch im Nachhinein für den Wert der gesamten Begegnung gern in Kauf.
Die Herausforderungen, die Indien in den nächsten Jahren zu meistern hat sind immens: Die Beziehung zu Pakistan und den im Land lebenden Muslims, die Armut - Teufelskreise. Und dennoch: Schuhputzer und Bettler, Doktorstudenten, Schauspieler, Putzfrauen, Pilger, Sadhus, Köche, indische Wirtschaftseliten, Samosa-Verkäufer und Hausfrauen in mehreren Generationen - alle treffen sich im Zugabteil der Sleeper Class in den charakteristisch blauen Zügen der Indian Rail Company, dem größten Arbeitgeber des Landes. Man lebt gemeinsam, zusammen. Keiner ist allein unterwegs. Jeder kann sich auf die Unterstützung seines Clans gewiss sein. Schrilles Orange, schreiendes Pink, dunkles Blau, grasiges Grün, glückbringendes Rot und hoffnungsvolles Gelb - alle Farben werden in den unmöglichst erscheinenden Kombinationen kombiniert. Gerüche reichen von Abwasser, Fäkalien bis zu Gewürzen, Blumen und Räucherstäbchen. Das Leben in Indien ist eine kakophonische Sinfonie aus Farben, Gerüchen und Straßenlärm.
Reiserückblick: Kolkata, Orissa und Kerala ...
noch einmal ging es für einen Monat quer durch Indien. Unterschiedlicher konnten auch dieses Mal die Gegenden nicht sein. Mit einer Tour zu den Bergvölkern Orissas habe ich mir auch endlich meinen Indien-Traum erfüllt und in Kerala füllte ich mich mit den zahlreichen Kirchen schon fast wieder wie zu Hause. Nach einem Besuch in den Western Ghats, den Bergen, die die Gewürz und Tee Schatzkammern Indiens sind ganz an der südlichen Spitze des riesigen Landes ging es dann auch noch einmal ein paar Tage an den Strand. Ayurveda-Massagen, Pediküren und sonstige Verwöhnprogramme waren dann auch gute Alternativen zum langweiligen Strandgebrutzle, was bei den 40 Grad sowieso verrückt gewesen wäre. Die letzten paar Tage Abschied bei Rachit und Eisha in Baroda waren dann nochmal eher traurig.
Es sind noch ein paar wunderbare Fotos entstanden auf dieser letzten Reise durch ein wunderbares Land:





Freitag, 20. März 2009

Rueckflug und Abschied ...
auch der letzte Monat Reisen in Indien ist schnell vergangen. Und wieder war alles anders als erwartet und nichts wie schonmal da gewesen! Ich mache mich jetzt auf den Weg zum Flughafen und dann geht es nach Delhi, wo ich noch 5 Stunden Wartezeite vor mir habe um dann hoffentlich totmuede 02 Uhr morgens in meinen Sitzplatz im Swiss Air Flug nach Zuerich Platz zu nehmen.
Alles weitere dann aus Deutschland! Liebe Gruesse das letzte Mal aus Incredible India

Dienstag, 24. Februar 2009

Abschied und Reise ins Ungewisse ...
nun war in den letzten Tagen doch noch so viel los, dass ich nicht geschafft habe, nochmal einen Rückblick zusammenzufassen. In knapp einer Stunde werde ich hier die Tür in meinem Dormzimmer schließen und nach Kolkata fliegen.
Abschlussabend, Abschlussessen, Abschlussfilme-Abend usw. Nun ist das auch vorbei.
Es geht erst mal auf Reisen. Erst einmal nach Kolkata und Orissa - alles weitere ist ungewiss.
Da ja mein Arbeitgeber sich nicht auskäsen kann und jede zwei Wochen seine Aussagen ändert bzw. revidiert weiss ich nun auch noch nicht, wo ich denn in den nächsten Monaten hinziehen werde. Das gibt mir auf der einen Seite natürlich die perfekte Ausrede, um nicht planen zu müssen. Auf der anderen Seite ist es dann doch nicht so ein prickelndes Gefühl so gar nicht zu wissen, was auf mich zukommt. Was solls. Abwarten und Tee trinken!
Ich werde die nächsten 3-4 Wochen noch genießen. Denn dann hat das Reisen wohl erst mal ein Ende.
Ich melde mich von unterwegs, wenn möglich!
Viele Grüße an das winterliche Deutschland aus dem sommerlichen Indien ...

Sonntag, 22. Februar 2009

Praktisch ein MBA ...
theoretisch noch nicht ganz! Nun ist die schöne Studienzeit vorbei! Es ist inzwischen 23 Uhr nachts und ich sitze immer noch in meiner letzten Vorlesung. Letzte Präsentation habe ich gehalten, den letzten Projektreport abgeschlossen. Und trotzdem ist es doch ein so typisch indischer Ausklang des Studiums .... wer sonst würde um 23 Uhr noch mit vollster Motivation in der Vorlesung sitzen. Aber zum Glück konnten wir (die Austauschschüler) ihn erfolgreich davon überzeugen, mit der zweiten Hälfte der Vorlesung nicht erst um 23 Uhr zu beginnen.
Es war eine ganz fantastische Zeit als Vollzeitstudent und Dauer-Backpacker ;) Ich kann gerade nicht mehr geradeaus denken, um einen tollen Rückblick zu schreiben. Das werde ich morgen an meinem ersten Kein-Student-Mehr Sonntag. Gute Nacht! Obwohl es hier sicherlich noch eine Weile dauern wird ...

Dienstag, 17. Februar 2009

Endlich ...
das lange Vorhaben eines schicken Fotoblogs habe ich nun endlich verwirklich:

http://web.me.com/katharina.au/photos

Jaja, Prüfungszeit ist beste Ablenkungszeit!

Montag, 16. Februar 2009

Von Nostalgie und Schokolade ...
wo ist denn nur die Zeit geblieben. Heute ist nun schon der 16. Februar und naechste Woche um die Zeit muss ich schon wieder Sachen packen und ausziehen. Meine Güte, wer hat denn nur an der Uhr gedreht. So ein bisschen Nostalgie macht sich schon überall breit. Gestern waren wir noch Souvenir Shoppen und das letzte mal im Natarani Cafe und der Darpana Academy. Zum feierlichen Abschluss des fast-letzten Sonntags mussten wir auch noch für einen Mitternachtssnack im Chocolate Room stoppen. Hilfe - ich lebe hier zusammen mit einem ganzen Haufen Schokoladen-Abhängiger! Aber laut Aussage der Poster im Chocolate Room macht Schokolade ja glücklich und erfolgreich. Und diese mal andere Vorbereitung auf die Prüfungen nächste Woche ist doch mal einen Versuch wert!

Freitag, 13. Februar 2009

Freitag der 13. ...
und trotzdem ist mir heute nix Peinliches, Dummes oder Ungeschicktes wiederfahren. Komisch, aber der Tag ist ja noch nicht ganz vorbei! Auf jeden Fall sind hier sonnige 25 Grad und ich finds trotzdem schweinekalt. Kann jemand bitte meine Temperatursensoren wieder gerade rücken?

Donnerstag, 12. Februar 2009

Und eine spontane Überraschung auf dem Campus ...
kaum komme ich durchs Tor am IIMA, rennen schon Twisha und Palakh auf mich zu. Begeistert und aufgeregt, wird mir also in Sekunden mitgeteilt, dass heute abend eine Dorm Party stattfindet. Es gebe da nur ein Problem: Alle werden Sarees tragen. Aber ist doch kein Problem - ich hab ja einen!
Also kaum angekommen, ging es schon wieder ans schick machen. Einen aufgedrehten, mit typisch indisch verrückte und endlose Fotosessions, ereignisreichen Abend haben wir dann in unseren superschicken und farbenfrohen Outfits auf der SG Road verbracht. Natürlich mit Videoclips, Essen und Bollywood Tanzen. Zurück auf dem Campus war die Nacht allerdings noch nicht vorbei. Jetzt sollte der nicht so angenehme Teil des Abends beginnen. Es ging "zigzagging". NEIN, aber keine Chance, alle mussten mit. Wieder einmal eine IIMA Tradition, die einfach nur zeigt, dass Inder eine andere ARt von Humor und Spaß haben. Hier kurz die Spielregeln:
Die gesamte Dorm versammelt sich und beginnt mit Gebrüll und Rufgesängen. Je lauter desto besser. Andere Dorms fühlen sich dadurch angestachelt und entgegnen lauteres GEbrüll. Man geht über den gesamten Campus und fordert jede weitere Dorm (24) zum Gebrüll heraus. Dabei noch eine klitzekleine Kleinigkeit: Wir, die Herausforderer werden von allen Seiten mit Wassereimern überkippt und Wasserschläuchen attackiert. Diesen Teil hat vorher niemand erwähnt: weiße Hosen waren nicht die beste Wahl. Das ganze spielt sich wohlgemerkt zwischen 1 und 4 Uhr morgens ab und hier im Norden Indien ist es nachts nicht ganz so kuschelig warm wie im Süden ....

dorm party mit sarees
Goa, ganz anders ...
es gehört zu Indien, beliebte Partyküste für partygeile und alkoholhungrige Briten, Russen und Israelis - Goa.
Als frühere portugiesische Kolonie hat sich hier die Welt irgendwie ganz anders als im Rest Indiens entwickelt. Wer denkt denn hier noch über Hektik und Chaos nach ....
Panjim, die Hauptstadt ist wie aus dem Bilderbuch oder dem Portugal Reiseführer Lissabon entnommen mit seinen vielen Blumenvorgärten und buntbemalten Häuserfronten. Fisch und Krabbenrestaurants überall, Wein im Überfluss - auch das passt nicht unbedingt ins stereotypisch indische Bild. Obwohl ich ja inzwischen schon allemal feststellen musste, dass es das eine stereotypische Indien wohl nicht gibt.
Die Strände im Norden waren dann für mich genau das richtige, um ein bisschen Strandfeeling aufkommen zu lassen. Scooter, Sonne, Meer und Strand .... und eine entzückende Familienunterkunft - was braucht man mehr!

Ach, und hier auch noch die besten Fotos vom Trip:
von bangalore nach goa

Sonntag, 8. Februar 2009

Hampi – ein Paradies auf Erden …
Bananenplantagen, Reisfelder, gesäumt von Kokospalmen, Tempelruinen mittendrin und drumherum wahrlos zusammengewürfelte riesige Klamotten, die nur von betrunkenen murmelspielenden Riesen kommem können und tropische unerträgliche Hitze zwischen 11 und 16 Uhr – willkommen in Hampi. Laut vieler Backpacker Favorit Nummer Eins in gesamt Indien. Als solches ist es ein Paradies für Backpacker mit italienischen und israelischen Köstlichkeiten, German Bakeries, Internetcafes und tonnenweise Guesthouses. Und noch ein erschreckendes Detail: Die kulturelle Ignoranz der Massenbackpacker!! Kurze Höschen und Spaghettitops wo man nur hinguckt. Ich red ja noch nicht mal von den Bikinitops mit Miniröckchen und durchsichtigen und rückenfreien Diskotps. Leute, wir sind in Indien – Das muss doch einfach nicht sein! Aber nur eine Bananenplantage weiter, ist man schon wieder mit den Felsformationen und Tempeln allein. Und es ist wohl wahrlich ein Platz zum Verweilen und Genießen …
Bangalore: Von Café Hopping und Fenster Shopping …
Die Stadt, die als das Silicon Valley Indiens bezeichnet wird, bietet touristisch nicht allzu viel. So habe ich den Tag in der Metropole mit Hopping von Café zu Café und Fenster Shopping zugebracht. Die indische “Coffee Day” Kette, das findet Starbucks mit Sicherheit nicht prickeln, hat in Bangalore eine vergleichbare Dichte mit 7Eleven in Hong Kong oder McDonalds in New York – also praktisch an jeder Ecke. Man kann sich nicht helfen, als jede paar Minuten über ein solches modernes, wie dem amerikanischen Chic entsprungenen, Outlet zu stolpern. Die original indischen Alternativen der fahrbaren Chai Straßenwägelchen haben es da bei der marken- und geldbewussten indischen Jugend nicht leicht. Da kann der indische Prototyp des Masala Chai wohl nicht mit den hundert Varianten an Espresso, Cappuchino, Café Latte oder Chocolates mithalten.
Rechtzeitig zum Sonnenuntergang und zur Puja hab ich dann doch auch noch ein sehr nettes Plätzchen im Lalbagh Botanical Garden gefunden. Und zur Krönung des Café Hoppings war ich abends zum ersten Mal in meinem Leben in einem Hard Rock Café: fantastische Musik und mein wahrscheinlichst teuerstes Essen (Burger und Cocktail für ca. 9Euro)
Vom IT boomenden Bangalore habe ich nicht allzu viel mitbekommen. Aber die mehr als 500 IT und Outsourcing Businesses liegen wohl auch eher unauffällig in den Außenbezirken und den glitzerfreien Hochhäusern. Wer weiß, ob dir morgen auf die Neckermann Reklamation nicht ein Inder aus Bangalore in akzentfreiem Deutsch antwortet. Ich wäre mir da nicht so sicher. Angeblich ist das in amerikanischen Unternehmen schon eher die Regel als die Ausnahme.
Von Jodhpur nach Dharamsala ...
Auch beim zweiten in der „Blauen Stadt“ Jodhpur war die indische Authenzität kaum zu übertreffen und in Rajasthan wohl einzigartig. Beim Wandern durch Seitenstraßen und Gassen springt einfach immer ein nettes Gespräch und ein Chai heraus. Und gegen den königsblauen Himmel sehen die blau bepinselten Brahmanen Häuser einfach urniedlich aus. Und nicht zu vergessen Yoshis wundervolles einzigartiges Guesthouse mit der atemberaubenden Dachterasse mit Aussicht auf das majestätische Fort. Jodhpur, also immer eine Reise wert ...
Die Karawane zieht weiter .... hieß es dann in Jaisalmer, wo wir uns für sofort für eine 2-tägige Kamelsafari angemeldet haben. Nach einem schnieken Abendessen in einem der traditionellen Havelis hieß es dann am nächsten Morgen rein in den Jeep und ab gen Wüste, wo wir nach ein paar kleinen Zwischenstopps auch unsere Kamele und die Kamelpapas getroffen haben. Jeder ein Kamel; Decken, Zelte, Essen, Geschirr rauf auf die Kamele und los gings. Einmal raufspringen, Hinterbeine hoch und Vorderbeine hinterher. Gemütlich und einfach endlos kauend wie Kamele eben sind, ging es dann auch in gemächlichem Tempo auf und davon. Büsche, Kakteen, kleine verirrte Bäume, Sand, Steine - bis es dann nur noch Sand war ..... Yeah, das Nachtlager in einer riesigen Sanddüne haben wir dann auch mit schmerzhaftem Hinterteil und o-beinigen Oberschenkeln erreicht. Trotz sich anbahnendem Muskelkater mussten wir dann erst Mal bis zum Sonnenuntergang durch die Dünen rennen und jedes einzelne Sandkorn bewundern! Schlafen unter dem Wüstensternenhimmel war auf jeden Fall ein geniales Erlebnis. Am nächsten Tag ging es dann noch durch ein paar Dörfer und wieder in eine andere Düne für die tägliche 3-stündige Mittagspause ....
Turbanknoten und dunkle Bärte starren mich an. Ich bin nach Zwischenstop in der Wüstenstadt Bikaner und einer recht erträglichen Nachtbusfahrt in Amritsar in Punjab angekommen – der State mit der größten Dichte der Sikh, einer abgespalteten Religionsgruppe des Hinduismus. Und weil die Sikh für ihre Gastfreundlichkeit bekannt sind, gab es auch kostenlose Unterkunft und Essen im Goldenen Tempel, dem allerheiligsten Monument der Sikh. Das Sikh Museum, dass ich natürlich pflichtbewusst besucht habe, erzählte die Geschichte der Sikh voller Gewalt, Kampf und Sieg. Was für eine friedversprechende Grundlage für eine Religion. Nun aber die Sikh beiseite. Amritsar ist auch Grenzstadt zu Pakistan und die tägliche Zeremonie der Grenzschließung um 17:30 ist eine einzige Prollerei und Stärkedemonstration von beiden Seiten. Die Soldaten beider Seiten führen einen Tanz auf, der ein bisschen an ballettanzende Affen erinnert. Je höher die Beine geschwungen werden, desto lauter das Gebrüll. Allem voran der fürs Vorbrüllen zuständige Wachmann.. “Großartiges Indien” Geschreie wollte gar kein Ende nehmen und die Sonntags-Familienausflügler hatten es dann auch wegen dem montäglichen Republic Day nicht eilig, nach Hause zu kommen und verstopften dementsprechend intensiv die Straßen zurück in die Stadt …
Noch eine Tagesreise in Bus und Kangra-Tal-Spielzeug-Eisenbahn (wörtliche Übersetzung) nördlich war dann Tibet angesagt. Mitten im indischen Himalaya hat seit 1959 der Dalai Lama nach dem Einmarsch der Han-Chinesen sein Exil im kleinen McLeod Ganj nördlich von Dharamsala aufgeschlagen. Und mit ihm gleich ein paar weitere tausend geflüchtete Tibeter. Jedes Jahr kommen neue Flüchtlinge in der Hoffnung um ein neues Leben hier an. Ohne an dieser Stelle Stellung für oder gegen Tibet (und somit gegen oder für China), die Aura und die Spiritualität die vom Dalai Lama und seinen eng vertrauten Mönchsorden ausgeht ist beeindruckend. Die Straßen voll mit weinroten Roben und tibetischen Frauen im traditionellen Rock mit bunt gestreifter Schürze. Momos, Thupka, Thentuk und heiße Zitrone mit Ingwer und Honig - Erinnerungen an Nepal und Yunnan werden wach. Die schneebedeckten Bergkuppen und die eiskalten Nächte: endlich musste ich mir doch noch eine dickere Strickjacke kaufen. Vier Tage waren zu wenig ….

Samstag, 31. Januar 2009

Bin wieder da ...
zurück auf dem Campus in meinem kleinen Dormzimmer. Um mich herum riesiges Kulturfestival. Faszinierend, wie sich die Perspektive nach über einer Woche Abwesenheit verändern kann: Ahmedabad ist ja soooo ruhig, stressfrei, sauber ... und WARM (zumindest verglichen mit Delhi, Punjab und Himachal Pradesh).
Juhu, es gibt ja so viel zu erzählen. Hier ein ganz kurzer Abriss, mehr ab morgen:
Die letzten zwei Wochen haben mich von der blauen Stadt Jodhpur in die Wüste Rajasthans auf ein Kamel getrieben. Von dort gings dann zielstrebig ins Zentrum der Sikh, Amritsar in Punjab und an die verrückte Pakistan-Indien Grenze. Und weiter nördlich mit dem Kangra-Tal-Spielzeugzug (haargenaue Übersetzung) ging es in die indisch himalayischen Berge nach Dharamsala, wo der Dalai Lama und mit ihm die größte tibetische Gemeinde außerhalb Tibets im Exil haust. Eine lange, für den Magen doch sehr anspruchsvolle, Nachtbusfahrt zurück nach Delhi und ein Tag in der Hauptstadt (heute ist übrigens der Todestag Mahatma Gandhis) .... und schwupps bin ick wieder hie!

Montag, 19. Januar 2009

Und noch eine Sonntagserkenntnis ...
Kamele können mindestens genauso schnell wie Pferde galoppieren!
Roadtrip um Ahmedabad ...
Sonntag ist unser einziger gemeinsamer freier Tag. Außerdem ist inzwischen die erste Hälfte des Trimesters schon vorbei und wir haben alle eine Woche frei. Ok, ich ein bisschen mehr, weil meine Blockkurse erst später wieder anfangen ;)
Was stellt man also mit einem freien Tag an? Wegfahren! Klare Sache, zumindest für uns Austauschschüler .... nicht unbedingt so klar für unsere indischen Mitstudenten. Was solls. Van gebucht und los gings. Der Plan war voll und der Tag hat nur 24 Stunden.
Zunächst ging es in einem Affentempo nach Gandhinagar zum Akshardam Tempel. Mit einer supermodernen, multimedialen und riesigen Ausstellung über Swaminarayan (ein Ast des Hinduismus) und indische Kultur haben wir dort fast den ganzen Vormittag zugebracht.
Unseren Fahrer mussten wir wecken, um weiter zu düsen nach Modhera, zum Sonnentempel der Göttin Surya. Überladene Erntekarren, von Kamelen gezogen, und bunt bemalte Trucks, die auch sicherheitshalber "Goods Carrier" vorn drauf stehen haben machten die Fahrt auf der schmalen Landstraße (die angeblich ein National Highway sein soll) spannend.
Da wir abends zum groß angekündigten Tanz Festival wiederkommen wollten, ging es auch schon schnell weiter ins kleine Patan. Nach Diskussion um den wieder einmal 150fachen Eintrittspreis für Aliens, waren wir dann doch total überrascht von dem riesigen Baoli und den 10.000 Euro teuren Saris, die mit traditionellem Gujarati Mustern handgefertigt werden. Die Herstellung eines einzigen Saris dauert um die 3 Monate!!!!! Krasse Sache. Fast pünktlich (= indisch überpünktlich) waren wir dann auch zum Festival zurück in Modhera. Der angestrahlte Sonnentempel und die Bühnen waren beeindruckend.


Nachtrag: Hochzeitsfotos ...
Sorry für die einmonatige Verspätung, aber hier noch ein paar Eindrücke von meinem indischen Hochzeitserlebnis. Herzlichen Glückwunsch Rachit und Eisha!!!!



Samstag, 17. Januar 2009

Nachtrag: Von den Drachenläufern ...
noch ein kurzer Nachtrag vom Drachenfestival. Am Mittwoch war der wichtigste Tag. Und genau wie in Hosseinis Buch vom Kiterunner geht es einzig und allein darum, mit seinem eigenen Drachen so viele andere (feindliche) Drachen wie möglich in die Knie zu zwingen - also die Drachenlenkseile durchzuschneiden. Da diese ja mit Glasfasern bestückt sind, ist die Technik also ganz einfach: Schwung, Kurve, Ratsch, Durch ..... du solltest dabei am Besten oben bleiben .... sonst verloren!
Gelenkt werden die Drachen von den endlos vielen Dachterassen und nebenbei findet den ganzen Tag eine Familienparty mit Hindi-Pop Charts und nem ganzen Haufen Essen statt. Wir waren bei Prateeks Familie eingeladen - einem Freund vom IIMA. Sorry für eure Eiseskälte in Deutschland, aber hier war eine Bullenhitze, sodass wir improvisieren mussten, um nicht Sonnenstiche davon zu tragen:


Bei der Post ...
der IIMA Campus ist wirklich fast komplett ausgestattet mit allem, was man so im alltäglichen Leben braucht und damit ein faszinierendes Etwas, Studenten am Campus-Verlassen zu hindern. Mit viel Arbeit an Projekten und Vorbereitungen für ein Festival Ende Januar, habe ich auch tatsächlich die letzten vier Tage das Exit Gate nicht mehr durchschritten. Ob die Rikshaw Fahrer uns schon vermissen?
Sogar eine Indian Post haben wir hier! Da ich irgendwann in den nächsten zwei Wochen ein Buchpaket erwarte und ich wahrscheinlich nicht da sein werde, dachte ich, erkundige ich mich mal, was mit Paketen bei Empfängerabwesenheit so passiert. Das habe ich herausgefunden:
"Hier finden keine Lieferungen statt"
"Indian Post ist die größte Post in Indien"
"Die Öffnungszeiten sind 11 bis 17 Uhr"
"Der Verantwortliche kommt erst später" (obwohl mein Ansprechpartner sah eigentlich schon sehr verantwortlich aus in seiner schnieken Post Uniform mit dickem Indian Post Sticker)
"Briefe international kosten 100 RS"

Interessante Infos, ABER ...... meine Frage war: "Wo werden Pakete abgeliefert, wenn Empfänger nicht anwesend ist?" Nach 10 Frage-Erklärungs-Versuchen habe ich aufgegeben und bin genauso unwissend wieder losgetrottet.

Dienstag, 13. Januar 2009

Das muss festgehalten werden ....
hier eine Hommage an ein sehr beeindruckendes Erlebnis:
Skype ist hier auf dem IIMA Campus ja ein bissl instabil. Deswegen funktioniert das Telefonieren auch nur zeitweise. So kam es also, dass ich mit Mutti und Paps gezwungenermaßen ins Chatten übergehen musste. Und das ist ja nun wirklich nicht Spezialität der beiden ;) (Knutsch, hab euch lieb!)
Aber ich musste mich wohl eines anderen belehren lassen. Hehe


Man beachte den durchaus ausgereiften Umfang an Smiles!