Freitag, 8. Februar 2008

Von Drachen und Trommeln ...
heute dröhnt es schon den ganzen Tag von draußen in mein Zimmer. Im benachbarten Tempel scheinen schon den ganzen Tag Drachtänze und Trommelsessions stattzufinden. Wer soll sich denn da bitte aufs Lernen konzentrieren können!
Naja, Lernen mal beiseite.
Chinese New Year war bisher sehr viel Ausgehen und Menschenmassen beiseite schieben. Nachdem Fajar, Yonnie, Haresh und ich am Mittwoch geschafft hatten, uns vor die Hauptbühne vorzukämpfen und dort ins neue Jahr zu gröllen, haben wir uns gestern etwas gemütlicher das große Feuerwerk vor der Singapurer Skyline im Zentrum angeschaut und waren dann noch in einem Pub am Boat Quay mit dem unglaublich kreativen Namen 'Drinking Place'. Das war ja mal so gar nicht typisch für Singapur: der schicke, extravagante und kitschige Charakter haben einfach total gefehlt, das Bier war billig und Billiard war umsonst. Also haben wir bei chinesischer Pop-Karaoke ein paar Runden Billiard gespielt ... und erstaunliche Erkenntnis: Billiard ist gar nicht so langweilig, wie ich immer dachte!
Noch eine viel erstaunlichere Erkenntnis: Es ist tatsächlich möglich, leer gefegte Shopping-Zentren, Hawker und MRTs zu erleben! Und das wohlgemerkt tagsüber, nicht etwa nachts!!
Kurzer Hintergrundinfo: traditionell feiern alle Chinesen die Feiertage um Neujahr im Familienkreis und besuchen die komplette erweiterte Familie; deswegen ist in China zurzeit auch die größte Reisewelle des Jahres im Gange.

Montag, 4. Februar 2008

Gong Xi Fa Cai! ...
oder "Wohlstand, Erfolg und Gedeihen fürs neue Jahr". Jaha, hier wird erst diese Woche Neujahr gefeiert. Am Donnerstag beginnt das Jahr der Ratte (Zi). Und wir waren heute schon mal auf einem traditionellen chinesischen Neujahrsdinner! Seit Wochen wuseln schon alle ganz aufgeregt umher. Die Supermärkte sind überfüllt mit Süßigkeiten und Mandarinen in roten Kisten - ob groß, eckig, rund, klein oder oval - und die Straßen werden mit Laternen und roten Papiermobilés geschmückt. Bevor das Buffett gestürmt werden durfte, gab es erst einmal eine Drachentanzvorführung. Und mindestens jeder Chinese musste sich mit wichtig aussehenden Persönlichkeiten ablichten lassen. Wir sind immer nur den Massen gefolgt - nach dem Motto, da muss was los sein - und haben dann noch Mandarinenschmuck gebastelt und gegenseitig verschenkt und die Anzahl der Mandarinen in einem Präsentkorb geschätzt. Nach einer eher unverständlichen Rede ging es dann nicht ans Buffett, sondern das Yu Sheng Salad Tossing stand auf dem Programm. Und das geht so:
Auf den Tischen werden große Teller mit allen möglichen Salatzutaten - darunter giftgrüne und rosa farbene Fäden - aufgestellt. Darüber werden Cracker, Kräuter und alle möglichen Saucen gekippt und dann das Kommando: nicht etwa zum Essen - nein, Stäbchen in die Hände und los ....... der Salat wird mit den Stäbchen in die Luft geworfen!!!! Reste stehen anschließend zum Verzehr bereit ;) Wer den Salat am höchsten wirft, hat angeblich das meiste Glück im neuen Jahr. Seltsamer Brauch ... aber passt ja zu den Essgewohnheiten der Chinesen.
Das Essen am Buffet war dann zwar wieder eher chinesisch durchschnittlich, aber das kennen wir ja schon. Vegetarisch ist dabei wohl immer die sicherste Variante!

Unsere Reisepläne für die Feiertage (hatte heute meine letzte Vorlesung für diese Woche) müssen aber wohl leider erst einmal auf Eis gelegt werden - zuviel zu tun in der Uni und Klausuren stehen ja auch bald an. Vielleicht fahren wir spontan am Wochenende noch nach KL.
Am Mittwoch geht's erst mal zum Feuerwerk nach Chinatown. Berichte folgen ...
Rosenmontag ....
nichtsdestotrotz von hier mal ein Denkanstoß:
"You are gonna walk slow to win the race" - Vijay Sethi, unser Technology Professor über disruptive Innovationen. Wie passt das zusammen?

Donnerstag, 31. Januar 2008

William, eine wahrlich chinesische Begegnung ....
Ich muss heute mal von William erzählen. Irgendwie haben wir so ziemlich alle Kurse zusammen. Und William ist einfach mal der chinesischste Chinese, den ich bisher kennengelernt habe. Nein, William ist nicht aus Singapore, sondern ganz original aus China ;) .... trotz des Namens!
Heute in Human Capital Management (es geht um Personal) wurde eine Fallstudie einer chinesischen Jeansfabrik in GangXi diskutiert .... und alles, was in unseren europäischen Ohren einfach nur die Nackenhaare nach oben schießen lässt, wurde von William mustergültig und hart verteidigt. Reine Bezahlung nach Stückleistung? Natüllich, was sonst. Profitbeteiligung? Niemals, wo soll das hinfühlen. Individuelle Bestrafung bei Fehlern? Die einzige Möglichkeit. Und Mitarbeitermotivation? Was ist das?
Parallel dazu arbeite ich mit ihm auch gerade noch in einer Gruppe an einem Business Plan .... YEAH, wir werden demnächst facebook Konkurrenz machen!
Auch dort ein ähnliches Bild: Mitarbeitergehälter? Viel zu hoch. Mindestlohn! Was ist das nochmal? Miete? Höchstens die Hälfte! Stromkosten? Blaucht man das übelhaupt?
Ich kann darüber schmunzeln!

Dienstag, 29. Januar 2008


Wiedersehen ....
Letzte Woche haben wir, das sind Ben, Chris, Franzi und ich, uns mit unserem ehemaligen English-Lehrer aus unserer Sprachschule in Leverkusen getroffen.
Ed Miles, der ursprünglich Australier ist, hatte uns damals durch die Business English Lessons am Freitag morgen gejagt. Letzte Woche war das Wiedersehen schon gemütlicher. Zwar waren er und seine Familie noch etwas gejetlaggt, aber es war trotzdem toll, Ed mal wieder zu sehen.
Neidisch kann man auch noch sein: War gerade auf der Durchreise nach Australien, um sechs Monate lang den Sommer in Downunder zu genießen!